Patrick Kast, der Petent

Der dritte April 2008 war ein Tag, der einfach im Kalender der tagtäglichen Routine verschwunden wäre. Ich hätte diesen ersten Donnerstag des Monats als den hingenommen, den er war: als ein Donnerstag, der kurz vor dem Wochenende als nicht wahrlich abgearbeitet gelten möchte, da ja noch das wartet, was folgen muss, der Freitag, der nicht das ist, was der Name verspricht.

Ich konnte ja nicht wissen, dass dieser Tag sich in seiner mir offenbaren Profanität als ein Tag erweisen sollte, der, im Rückblick gesehen, einen ganz außergewöhlichen Glanz und Strahlkraft der Erkenntnis über die Republik bringen würde und dies nur wegen einer Petition, die mal wirklich schon lange fällig war.

Petitionen an sich, sind ja nicht nur ein Ersuchen, sondern zugleich ein Angriff, vielmehr aber auch der hilfesuchende Schrei der Verzweiflung einer geplagten Kreatur: der Petent, der sich formlos, aber direkt an eine grundgesetzlich verbriefte Instanz wendet und damit legitim seine Sicht der Mißstände anprangern darf, ohne den langen Weg der Instanzen und manchmal den noch viel längeren Weg der Kontemplation zu gehen.

Letzteres lässt sich dann schönerweise auch noch für alle offenbar recherchieren, insbesondere nachdem der letzte im Internet-Zeitalter angekommene Sockenstricker es hinbekommen hat, dass sich Hinz und Kunz oder auch meinetwegen zu kurz gekommenen Studenten wie Patrick Kast auch Online ihren kleingeistigen Senf in Formulare einkippen dürfen, ohne dass sich die Tastatur in das verwandelt, was ich mir wünschen würde.

Das unangenehme an solchen Burschen ist ja noch nicht einmal, dass sie Ihren Quark in der Öffentlichkeit breittreten müssen. Man muss das Zeug nicht dringend lesen und alles in allem hat das soweit die gleiche Relevanz wie der letzte nicht bestandene Schein. Diesen wiederum muss ja dann im nächsten Semester irgendwo eben nur Papa Kast mit einem weiteren zusätzlich fälligen pinken Riesen klar Schiff machen, damit dann Patrick mal die Güte hat, sich um seinen eigenen Mist zu kümmern.

Nein, das könnte man soweit ignorieren, aber diese Heinis eiern ja in der noch nicht mal eigenen, sondern durch den Zeitgeist zudem langweilig breitgelatschten Mission durch die Gegend und anstatt sich dann wenigstens wie ein anständiger Taliban zu benehmen und von Gottesfurcht und der eigenen Gutmenschigkeit benommen mit einem sauberen Sprengstoffgürtel die Orte samt Menschen mit ihren Eigenarten final zu besuchen, wird stattdessen in offensichtlich sattsam geübter deutscher Blockwartmentalität Beschwerde-Formulare ausgefüllt und Briefle verschickt. In diesen werden dann die Menschen, mit denen der Meister nichts zu tun hat, von denen er nichts weiß und auch zur noch großen Dankbarkeit der Betroffenen nie etwas wissen wird, angeschwärzt und ihnen dumme Ratschläge erteilt, nach denen niemand verlangt hat.

Mei Patrick, so wird das nichts: Gähn.

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