Eligibel-Sager

Sich besonders jungentlich gebende Sender, wie beispielsweise DasDing, BigFM, Viva und Konsorten sind ja ganz groß mit dem „voten“. Da wird gewautet, was das Zeug hält: „Deine Stimme zählt“. Das ist natürlich ganz großer Käse, deswegen wird da auch nicht gewählt, sondern eben „gevotet“.

Andere Ecken, welche das Bullshit-Bingo erst ganz groß gemacht haben, sind die Marketing-Abteilungen dieser Welt, insbesondere dann, wenn diese Konzernmütter in den Vereinigten Staaten haben. Obwohl Buzzword Compliance schon so offensichtlich benagelt ist, das es von eben diesen Marketingexperten bereits selbst persifliert wird, gibt es immer wieder neue tolle Doof-Wörter, die solange breitgelatscht werden, bis jemand bei Verwendung des Wortes auf der Stelle Amok läuft und den letzten Sprecher langsam, aber genüsslich tötet.

Bei mir dauert das jetzt nicht mehr lange für das Wort „eligibel“. Der Duden weiß zu eligibel: eli|gi|bel ‹aus gleichbed. lat. eligibilis›: (veraltet) wählbar, wahlfähig.

Bis jetzt habe ich noch nicht gesehen, das das Nibelungenlied im Schmuckband als Entpannungslektüre für besonders stressige Tage bei der Geschäftsleitung auf dem Glastisch griffbereit pranget. Auch in der Verwaltung ist es fürderhin unüblich einen säumigen Debitor mit folgenden Worten zu begrüßen:

Vnd Juncker Beliall der Teuffel treibt die Fuhre
Ducaten / Thalerwerck; was Portugal herschickt
Vnd was Kron Spanien für Pistoleten drückt.
Geld / Geld / Geld zeucht die Welt!

Nö. Ansonsten sprechen die dort ganz normal. Nur wenn es im Flurfunk darum geht, welchen Flug man jetzt für den Urlaub bucht, dann sind die Urlaubsziele neuerdings eligibel.

Ich bin ja als Atheist schon merkwürdigerweise gottfroh, das „elegibel“ nur 108 Hits bei Google hat, trotzdem schüttelt es mich furchtbar, wenn ich in einem Geschäftsausblick lesen muss, dass „Projekte eligibel“ werden, wenn glasklar ist, das hier nichts gewählt wird, sondern alles mitgenommen wird, was irgendwie geht und somit „eligibel“ als ein Synonym für „valide“, „gewonnen“, „wird-etwas“, „das geht“ verwendet wird. Puh!

Und das alles nur, weil in englischen Vertragstexten das Wort „eligible“ verwendet wird, um auszudrücken, das für diese Vertragsform nur bestimmte Produkte in Frage kommen.

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