Whangaparaoa, Beach Road 55

Als die Post noch für das zustellen von Briefen zuständig war, waren die armen Schweine im Schalterhäuschen Beamte und das wiederum war ein Vorteil, den man ihnen in ihrem nach Leberwurstbrot und Gummierfalz stinkendem Ort der Unsäglichkeit gönnte, denn wenn man schon aus seinem sargähnlichen Resopalholzimitatverschlag heraus verständlich schlechte Laune an dem frankierwunsch äußerndem Untertan auslassen muss, ohne auch noch Beachtung zu finden, muss man ja wenigstens einen Vorteil haben.

Von drei parfümierten Liebesbriefen und der verschriftetetn Kommunikation mit dem Finanzamt, das ja auch nicht im 21 Jahrhundert ankommen möchte, kann natürlich kein Schwein leben, deswegen muss man sich ja ganz Fix irgendeinen Blödsinn ausdenken. Wie heißen die Schalterbeamten jetzt eigentlich, wenn sie gar keine Beamten mehr sind? Postfilialenangestellte? PaperMail-Front-End-Salesmanager? Auf jeden Fall ist so eine Postfiliale mittlerweile so vollgepfropft mit irgendeinem Killefitz, das man sich den Weg zum diskretionsabstandswahrenden Abstandsgebotbändel in Postbank-Gelb eher erstolpert als bahnt, wenn man denn das Glück hat, sich nicht in einer Schlange bis zum nächsten Kirchplatz einreihen zu müssen.

Auf jeden Fall ist das schlichte Brief verschicken gestern. Ob ich das als Brief oder Päckchen verschicken will? Ja ist mir doch wurscht, was ist den Billiger? Aha aha, Umschlag 1 geht als Päckchen das andere nicht, weil größer, Soso, macht 6,80€, wunderbar.

„Haben Sie ein Postbank-Konto?“. Oh nein, denke ich. Der Meister hat mich das jetzt schon drei mal gefragt. „Nein“.

Und ich will auch keins. Bei der Deutschen Bank war ich schon. Die sollen ihre Peanuts mal fein selber suchen.

„Das Postbank-Konto ist aber kostenlos“. „Ja. Meins auch“

„Das Postbank Konto ist aber besser“. „Scho recht“

Ich habe jetzt beschlossen zu lügen.

„Haben Sie ein Postbank-Konto?“, „Ja“.

Bin gespannt was dann für eine Scheiße auf mich zukommt.

Kaufketten bei denen es alles Billiger gibt, aber nicht die Tiernahrung, hatten vor Jahren schon die Angewohnheit das Kaufvieh während des Bezahlvorgangs auszufragen, in welchem Postleitzahlengebiet sie wohnen würden. Die Arme an der Kasse will natürlich nicht herumdiskutieren was sie das angeht, faktisch kann sie natürlich für den Unsinn, den sich irgendein Verkaufsleiter mit seinem Marketinghühnerhaufen so ausdenkt rundweg gar nichts.

So dumm ist das auch nicht. Wenn man die Bezahlvorgänge beobachtet, ist man wirklich erstaunt, dass praktisch alle wie die Automaten antworten. Deswegen war ich auf meine Süße sehr stolz, als sie sehr überzeugend 63442 antwortete und das verwunderte „Das ist ja mal etwas anderes, weiter weg?“ mit „Ja, Ja“ quittierte.

Hat mich aber auf eine Idee gebracht. Der örtliche Küchenkramladen hat diese Angewohnheit von dem Schuppen mit dem unfähigen Einkäufer im Tiernahrungsbereich übernommen: „Wie ist Ihre Postleitzahl?“.  „1463“. „Da fehlt aber eine Stelle“ „Da fehlt keine Stelle.  Whangaparaoa, Beach Road 55, 1463 Neuseeland“

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Ein Gedanke zu “Whangaparaoa, Beach Road 55

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